Taufe des Herrn

Am Sonntag, dem 7. Jänner 2017, hören wir folgendes Evangelium:

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
In jener Zeit
trat Johannes in der Wüste auf und verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.
Quelle: Schott

erste Lesung

In dem Live-Video wird uns interessieren, warum wir vor dem Evangelium die Stelle aus Jes 42 hören werden.
(Der Vollständigkeit halber muss ich dazusagen, dass für Sonntag die Möglichkeit geschaffen wurde, zwischen zwei ersten Lesungen (Jes 42 und Jes 55) auszuwählen. Da es der erste Versuch ist, will ich mich aber auf Jes 42 beschränken – oder wer weiß, schließlich ist es ja LIVE, da kann man nie wissen, was passiert.)
Nun aber zum Text der ersten Lesung:

Lesung aus dem Buch Jesaja
So spricht Gott, der Herr:
Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.
Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.
Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein:
blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

zum geplanten Ablauf des Videos:

  • paar kurze Worte zur Einleitung
  • Der erste Themenkomplex, den ich besprechen möchte, dreht sich um folgendes: Was will die Lesung im Bezug auf das Evangelium aussagen? Warum wurde diese Lesung ausgewählt? Hilft sie Dir/Ihnen, das Evangelium besser zu verstehen? Sagt mir die Lesung etwas über Jesus?
  • Sofern das nicht bereits beantwortet wurde, möchte ich etwas zum Hintergrund der Lesung erzählen, ein paar Verbindungen vom alten und neuen Testament anbieten, u.ä
  • Der letzte Punkt wendet sich in besonderer Weise an Lektorinnen und Lektoren: Worauf kann ich ein Betonung legen? Was könnte ich vor Beginn der Lesung der Hörerinnen und Hörern in der Kirche sagen, damit sie der Lesung besser folgen können?
Damit die Diskussion besser in Gang kommt, wäre es toll, wenn sich einige finden, die schon heute während des Tages als Kommentar (siehe unten) zu dieser Seite ihre Gedanken formulieren, warum sie glauben, dass wir am Sonntag diese Lesung hören werden. Deine/Ihre Beiträge werden nicht sofort erscheinen, aber ich will alle in das LIVE-Video miteinbauen.
Eine letzte Bitte: Bete / Beten Sie für ein Gelingen dieses Versuchs

und so ist’s gelaufen


Sei der Erste / Seien Sie der/die Erste, die den Beitrag teilt!
15 Kommentare zu “Taufe des Herrn
  1. Tom Kruczynski sagt:

    Warum glaubst Du wurde diese Lesung als Hinführung zum Evangelium von der Taufe des Herrn ausgewählt?

    • Abelard sagt:

      Erwähnenswert vor der Lesung wäre meiner Meinung nach die Tatsache dass Jesaja schon ca. 700 Jahre vor Christus gelebt hat. Er verhieß damals Friede und Gerechtigkeit und mit Jesus ist es jetzt so. (oder auch noch nicht so ganz…hm)

    • Lisi sagt:

      Abgesehen von der schönen bildhaften Sprache finde ich sprachlich bemerkenswert, dass die Lesung mit der Redewendung „an ihm finde ich Gefallen“ eröffnet wird und das Evangelium entsprechend mit den Worten „an dir habe ich Gefallen gefunden“ schließt, sodass sich schon hier ein Zusammenhang bzw. Spannungsbogen erkennen lässt.
      In der Lesung spricht Gott über seinen auserwählten Knecht, ohne ihn namentlich oder als seinen Sohn zu bezeichnen, alles deutet aber darauf hin, dass Jesu gemeint ist, der mit dem Heiligen Geist erfüllt (Symbol der Taube), von Gott berufen werden wird. Erst im Evangelium spricht er nach der Taufe Jesus als seinen Sohn an.
      Die Lesung erklärt vielleicht, warum Jesus als der Auserwählte gilt, auf den wir auch heute in schwierigen Situationen unseres Leben vertrauen können/sollen, damit er seine Bestimmung, das Volk Israel und alle Völker zu verbinden, erfüllen kann:
      Jesus bringt den Menschen/dem Volk Israel Recht, Gerechtigkeit, Rettung, Befreiung aus der Gefangenschaft und Frieden durch die Hilfe Gottes („ich fasse dich an der Hand“), ohne Macht ausüben oder Gewalt anwenden zu müssen – vielmehr richtet er sein Volk auf, verspricht, Heil, Hoffnung, Trost, wenn er das „geknickte [wertlose gewordene?] Rohr nicht zerbricht“, den „glimmenden Docht nicht auslöscht“, „blinde Augen öffnet“ usw.

  2. Tom Kruczynski sagt:

    Was sagt Dir die Lesung über Jesus?

    • christiana dörfler sagt:

      Den glimmenden Docht löscht er nicht aus: ich habe eine Fernsehsendung von einem Gefängnisseelsorger gesehen. Er hat einen Naziverbrecher im Gefängnis seelsorglich begleitet. Dieser hat sich bekehrt. Der Priester durfte mit ihm Spaziergänge machen. Nach einem solchen Spaziergang ist er in seinen Armen gestorben. Das ist ihm das erste Mal passiert. Er konnte ihn noch segnen und war noch in der Sendung sichtlich berührt von Gottes Barmherzigkeit.

    • zuseher sagt:

      Wir erfahren in der Lesung, dass Jesus der Auserwählte ist. Die ersten Sätze zielen alle darauf aus zu zeigen: Er ist der Gerechte und das Licht in der Dunkelheit – Er schließt für Gott den Bund mit den Menschen.

  3. Tom Kruczynski sagt:

    Meine Frage lautet:

  4. Tom Kruczynski sagt:

    Was will die Lesung im Bezug auf das Evangelium aussagen?

  5. Lisi sagt:

    Noch ein kurzer Nachtrag:
    Will uns die Lesung einen Spiegel vorhalten? Sind wir in den Verstrickungen, Höhen und Tiefen unseres Lebens im Sinne Gottes unterwegs, sodass auch wir als getaufte Christen und Christinnen ihm gefallen würden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.