Fronleichnam – wir zogen mit Jesus durch die Straßen

Am 31. Mai feierten wir Fronleichnam. Der Tag konnte nicht strahlender sein! 😊 Der gemeinsame Gottesdienst mit den Bewohnern des Pflegewohnhauses Liesing in einem angenehm beschatteten Innenhof des Helmut-Zilk-Hauses wurde heuer von unserem Pfarrvikar Tom Kruczynski zelebriert. Konzelebriert hat der Kirchenrektor der Kapelle im Geriatriezentrum und Rektor des Pazmaneums János Varga.

Warum feiern wir eigentlich Fronleichnam? Ist es nur eine alte Tradition oder ein volkstümlicher Brauch? Was bewegt uns dazu, sich bei der ärgsten Hitze, wo andere den freien Tag im Schwimmbad oder im Schatten genießen, auf die Straßen zu begeben? Der Grund, der uns bewegt ist nicht etwas – etwa eine kleine Brotscheibe – sondern jemand – Jesus, der für uns in der Eucharistie gegenwärtig ist. Und dieses Geheimnis wollen wir nicht für uns behalten.

Pfarrvikar Tom Kruczynski hat es in seiner Predigt auf den Punkt gebracht: „Wir wollen unseren Helden – Jesus Christus, der zu uns in jeder Eucharistie kommt, sich für uns Zeit nimmt und uns satt macht – hinausbringen zu den Menschen in diesem Bezirk. Wir wollen, dass sie ihn auch kennenlernen können. Wir wollen ihn mit ihnen teilen.“

Üblicherweise bekommen die Passanten, die bei unserer Kirche während einer Eucharistiefeier vorbeigehen, außer den Kirchenglocken wenig mit. Durch die dicke Kirchenmauer dringen keine Gebete, kein Gesang und keine Musik nach außen.

Anders ist es zu Fronleichnam. Begleitet von der Blasmusik zogen wir laut singend durch die umliegenden Straßen und hinterließen eine Spur von duftenden Blumenblättern. Erste Station war in der Wohngemeinschaft für Demenzkranke in der Haeckelstraße 4. Dann gingen wir in die Fabergasse zur Kinderstation, wo wir mit Brot und Wasser gestärkt wurden und die Kinder ein Plakat mit Jesus-Motiven bemalt haben. Dritte Station war bei den Missionsschwestern der Franziskanerinnen in der Khekgasse. Von dort aus kehrten wir über die Färbermühlgasse zur Kirche zurück.

Es ist für mich jedes Jahr interessant, die Reaktionen der zuschauenden Menschen zu beobachten. Manche warten schon und schauen aus dem Fenster oder von der Terrasse heraus. Die Kinder sind sehr spontan und fragen neugierig die Eltern, was das sein soll. Wir wurden auch als eine Art Attraktion mit dem Handy fotografiert (auf diese Art haben wir uns diese Erinnerung auch selbst festgehalten – siehe Fotos). Besonders berührend fand ich die Reaktion eines Passanten, der die kurze Pause bei der Station genutzt hat, um sich bei unserem Priester zu bedanken, dass es eine Fronleichnamsprozession noch gibt. Ja, wir haben es nicht nur für uns gemacht. Bei den liebevoll gestalteten Altären haben wir den Segen für die ganze Gemeinde und alle Bewohner erbeten.

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