Mit dem Heiligen Josef durch den Oktober!

20. Oktober 2021 Aus Von Erwin Traxler
Mit dem Heiligen Josef durch den Oktober!

In einigen Wochen endet das „Jahr des heiligen Josef“. Papst Franziskus rief es im Dezember 2020 mit dem Apostolischen Schreiben „Patris corde“ („Mit väterlichem Herzen“) aus. Sich mit der Figur des hl. Josef zu beschäftigen, ist, wie sich noch zeigen wird, in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn! Einer der Anlässe dieses Schreibens waren übrigens die „Systemerhalter“ in der Covid-19-Pandemie. Diese habe gezeigt, welche Bedeutung „gewöhnliche“ Menschen haben: jene, die im Hintergrund treu ihre Arbeit für die Anderen verrichten und Verantwortung übernehmen – so wie der heilige Josef.

Ausgehend von den biblischen Zeugnissen über Josef lade ich Euch ein, über einige Themen, die für das Menschsein und für das Christsein wichtig und die das Leben des Hl. Josef bestimmt haben, nachzudenken. Im Oktober werdet Ihr dazu jeweils am Mittwoch einen Impuls erhalten.

Eure Roswitha Sternberg

Josef stand mehrfach vor herausfordernden Situationen.
Die Geburt Jesu steht unmittelbar bevor. Was tun? Josef richtet einen Stall her und bereitet ihn so, dass es für den in die Welt kommenden Sohn Gottes halbwegs erträglich ist (vgl. Lk 2,6-7). Oder: Herodes will das Kind töten. Josef wird im Traum gewarnt. Was tun? Er organisiert mitten in der Nacht die Flucht nach Ägypten (vgl. Mt 2,13-14).
Wenn wir auf Schwierigkeiten treffen, was ist mein / unser Muster? Rückzug und das Feld räumen? Oder die Sache irgendwie angehen? Wir machen doch auch die Erfahrung, dass gerade Schwierigkeiten in uns ungeahnte Ressourcen zum Vorschein bringen.
Gott wirkt nicht „direkt“, sondern durch Ereignisse und Menschen. Er sorgt für die Anfänge der Erlösungsgeschichte – durch Josef. Das „Wunder“, durch das Gott das Kind und seine Mutter rettet, ist Josef. Gott vertraut dem kreativen Mut dieses Mannes.

Gehorsam

Die jüngere Geschichte zeigt, dass das Wort „Gehorsam“ vielfach belastet ist (Shoa, Missbrauch, Erziehung in Familie und Schule etc.). Im Wort Gehorsam steckt „Hören“.
Gemeint ist eine Haltung der Aufmerksamkeit, die nicht schon beim Hören auswählt und bereits abwehrt oder sich eine Gegenrede ausdenkt. Ein gehorsamer Mensch (im Sinne der Bibel) meint nicht, er wisse alles besser und habe allein den vollkommenen Überblick.
Josef ist gehorsam. Das zeigt sich im Hören auf die Träume, in denen Gott ihm etwas sagen will. Das wäre nachzulesen in Mt 1,20-21.24; Mt 2,13-15; Mt 2,19-23 (zwei Träume). Der Gehorsam des Josef zeigt sich ferner, dass er sich an der Tora orientiert, also das Gesetz „beobachtet“ (vgl. Lk 2,21-24). Wenn es vom heranwachsenden Jesus heißt, „er war ihnen [Maria und Josef] gehorsam“ (Lk 2,51), wird er das von seinem Vater gelernt haben.

Annehmen

Haben wir uns nicht alle unser Leben anders vorgestellt? Und was machen wir mit den vielen Irritationen, also dem Unvorhergesehenen, das unsere Wege (durch-)kreuzt?
Oft passieren in unserem Leben Dinge, deren Bedeutung wir nicht verstehen. Der erste Reflex ist Enttäuschung und Widerstand. Auch Josef wird mit dem Rätselhaften, das ihm zugemutet wurde, gerungen haben. Gott greift dauern in sein Leben ein mit neuen Weisungen und Sendungen. Es erscheint ihm rätselhaft, aber er gibt dem Raum, was geschieht und nimmt es an.
Josef ist ein „Vater im Annehmen“ vor allem deshalb, weil er Maria ohne irgendwelche Vorbedingungen annimmt (Mt 1,24). Er hat nicht alle Informationen, aber er entscheidet sich für Maria.

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