Geistige Impulse von Pfarrassistentin Roswitha Sternberg in der Fastenzeit

26. Februar 2021 Aus Von Erwin Traxler
Geistige Impulse von Pfarrassistentin Roswitha Sternberg in der Fastenzeit

Aschermittwoch 17. Februar 2021

Am Beginn dieser Fasten – und Bußzeit steht nicht die Frage nach unserer Schuld, sondern das Bekenntnis zu Gottes Nachsicht und zu seinem guten Willen uns gegenüber. Nicht weil wir etwas falsch gemacht haben, will Gott uns vergeben. Sondern weil Gott uns vergeben will, dürfen wir uns bereits geborgen wissen und den Mut aufbringen, uns zu besinnen und ohne Furcht unsere Fehler einzugestehen. Gegenüber Gott, unseren Mitmenschen und uns selbst.

L1: Joel 2,12-18
Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld… (V 13b)

Ps 51 (= GL 639,1)
Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde… (V 4)

L2: 2 Kor 5,20-6,2
Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung. (V 6.2)

Ev: Mt 6,1-6.16-18
Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer … Dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! (V 6)

[Die Bibelzitate sind der Leseordnung der röm.-kath. Liturgie entnommen.]

Hören Mappe
Hören 1 – 25. Februar
 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir. (Offb 3,20)
 Bin ich schon einmal vor einer verschlossenen Türe gestanden und wollte vorsichtig anklopfen und habe mich nicht getraut? Hat dabei mein Herz geklopft?

Hören 2 – 26. Februar
Kannst du die Stille hören? Das Klopfen deines Herzens, deinen Atem? Hörst du das Säuseln des Windes, der die Blätter in Bewegung bringt und durch das Kornfeld streift? Hörst du das Rauschen des Meeres, das an das Ufer schlägt und sich am Felsen bricht? Hörst du den stillen Lobpreis der Natur, den sie ihrem Schöpfer täglich singt? Hörst du das Unausgesprochene, das Menschen täglich zu dir sagen? Hörst du auf die Stimme deines Herzens, wenn es mit dir spricht? Hörst du die Stimme Gottes, die in der Stille deines Herzens mit dir spricht?

Hören 3 -27. Februar
 Beobachtung: In meiner Umwelt höre ich täglich viele Geräusche, Stimmen, Töne, Signale… Wir können uns ihnen kaum entziehen.
 Die Augen können wir schließen, die Ohren jedoch nicht.
 Was höre ich den ganzen Tag?
 In welchen Situationen „spitze“ ich meine Ohren?
 Was würde ich lieber nicht hören?
 Ich lausche in dieser Woche wieder einmal meiner Lieblingsmusik …

Hören 4 – 28. Februar
Bibelstelle zur Betrachtung
Dank, Hingabe und Gottvertrauen
Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien. Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf Fels, machte fest meine Schritte. Er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang auf unseren Gott. Viele sollen es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den HERRN vertrauen. Selig der Mann, der auf den HERRN sein Vertrauen setzt. (Ps 40,1-5)
 Gott hört mein Schreien (Rufen, Flüstern, Beten)
Er „hört“ mich – höre ich seine Antwort?

Hören 6 – 2. März
Als ein Mann, dessen Ehe nicht gut ging, seinen Rat suchte, sagte der Meister: „Du musst lernen, deiner Frau zuzuhören.“
Der Mann nahm sich diesen Rat zu Herzen und kam nach einem Monat zurück und sagte, er habe gelernt, auf jedes Wort, das seine Frau sprach, zu hören. Sagte der Meister mit einem Lächeln: „ Nun geh nach Hause und höre auf jedes Wort, das sie nicht sagt.“

Hören 7 – 3. März
Ich lese die Impulse der vergangenen Woche zum Thema „Hören“ noch einmal. Was ist mir hängen geblieben? Was ist mir aufgegangen? Welches Zeichen oder welchen Gegenstand verbinde ich mit dem Thema?
Was notiere ich?

Sehen 1 – 18. Februar  „Sehen“: Was ist damit gemeint? Nur anatomisch – das „Auge“ (Netzhaut, Pupille und Sehnerv)? Oder gibt es ein „Sehen“ in einem tieferen Sinn?  Ein Schriftsteller: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (Antoine de Saint-Exupery)  In der Heiligen Schrift heißt es: „Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der HERR aber sieht das Herz.“ (1 Samuel 16,7b) Bild "Sehen", von Emilia 4 Jahre alt

Sehen 2 – 19. Februar
 „Deutlich“ und „ganz genau sehen“ ist nicht immer möglich. Vieles kann meinen Blick trüben (z.B. Verletzungen, Unachtsamkeit …).
 Welche „blinden Flecken“ erschweren mir die „freie Sicht“?
 In welchem Bereich möchte ich geheilt werden, damit ich besser wahrnehmen kann?
Um Gottes Spuren zu erkennen, reichen unsere Augen nicht aus. Kann ich tiefer sehen, um sein Wirken in meinem Leben zu erahnen?

Sehen 3 – 20. Februar
 Beobachtung: Auf meinem Weg zur Arbeit, zur Pfarre, zur/zum … versuche ich bewusst Dinge zu sehen, die mir noch nicht aufgefallen sind. – Vielleicht entdecke ich Kleinigkeiten, Neuigkeiten …
 Was sehe ich eigentlich den ganzen Tag? Was „kommt mir vor die Augen“?
 Was sehe ich gerne, was macht mir Freude?
Was würde ich lieber nicht sehen?

Sehen 4 – 21. Februar
Bibelstelle zur Betrachtung
Sie kamen nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht. Da legte er ihm noch einmal die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war ganz wiederhergestellt und konnte alles ganz genau sehen. Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein! (Mk 8,22-26)

Sehen 6 – 23. Februar
Gebet
Gott, Du Gott aus Liebe.
Dein Blick ist Licht und Leben.
Du erkennst mich mit den Augen der Liebe.
Segne meine Augen,
damit auch sie aus Liebe betrachten.
Nimm alles, was meinen Blick trübt,
was meine Augen blendet.
Heile alles in mir, was mich hindert,
die Dinge, die Menschen
und mich selbst klar zu sehen.
Lass mich in allem Dich erahnen,
durch mein staunendes Sehen,
durch meine betrachtende Freude.

Sehen 7 – 24. Februar
Das Thema „Sehen“ ist für diese Woche abgeschlossen. Ich gehe noch einmal die Impulse durch: Wo bin ich hängen geblieben? Was hat mich angesprochen? Ein Bild? Ein Wort? Welcher Gegenstand erinnert mich an „Sehen“?
Was notiere ich mir?

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