Heiliger Koloman


Koloman war ein irischer Pilger aus königlichem Geschlecht auf dem Weg nach Jerusalem. 1012 wurde er bei Stockerau auf der Rückwanderung wegen seiner unbekannten Pilgerkleidung und weil er kein deutsch sprach als Spion ergriffen, gemartert und getötet.
Der Legende nach blieb sein Leib 1 Jahr unverwest an einem Hollunderbaum hängen. Der dürre Baum grünte im Winter, ein ausgetretener Fluss ließ sein Grab unberührt. Koloman wurde nie offiziell heilig gesprochen

Gedenktag: 13. Oktober

Darstellung

Als Pilger mit einem Strick in der Hand neben einem Baum.

Verehrung (Quelle: Wikipedia)

Durch die Verehrung des Volkes wurde Markgraf Heinrich I. auf Koloman aufmerksam. Eine Kommission überprüfte die Wunder und ließ das Grab öffnen. Koloman wurde unverwest vorgefunden. Heinrich ließ Kolomans Leichnam von Stockerau nach Melk überführen, wo er am 13. Oktober 1014 vom Eichstätter Bischof Megingaud in der St. Peterskirche außerhalb der Melker Burg ein zweites Mal beigesetzt wurde. Dies wird in der Passio S. Cholomanni, die aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammt, berichtet.

Im Mai 1244 schrieb Papst Innozenz IV. an den Bischof von Passau, dass Kolomans Gedächtnistag, der sogenannte Kolomanitag, aufgrund der vom Herzog Friedrich II. berichteten Wunder an Kolomans Grab als Feiertag in ganz Österreich und den anliegenden Provinzen begangen werden sollte. Dies war Teil von Friedrichs Bemühungen, ein eigenes Landesbistum zu erhalten. Auch eine Überführung der Gebeine Kolomans an den zu gründenden Bischofssitz war geplant. Vereitelt wurden diese Pläne durch den Tod Friedrichs.
Kolomanistein am Bischofstor des Stephansdoms in Wien

Zwischenzeitlich waren die Gebeine auf Druck des ungarischen Königs nach Ungarn verbracht worden. Koloman wurde aber bald wieder zurückgeholt, da durch die widerrechtliche Umsetzung große Naturkatastrophen aufgetreten sein sollten. Dabei soll der Kopf, jedoch ohne Unterkiefer, in Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) geblieben sein. Der Unterkiefer wurde 1752 in der Kolomanimonstranz gefasst. Sie wird jährlich am Kolomanitag gezeigt. Rudolf IV. ließ 1362 für Koloman ein prunkvolles Grabmal errichten. Er war es auch, der 1361 den Kolomanistein in das Bischofstor des Stephansdomes zu Wien einmauern ließ. Da die Achsen der Virgilkapelle mit dem Sonnenstand auf den Namenstag von Koloman ausgerichtet sind, wird angenommen, dass eine Überführung der Gebeine in den Stephansdom geplant war. Der Kolomanistein ist in Messing gefasst und trägt die Umschrift: “Hic est lapis, super quem effusus est sanguis ex serratione tibiarum S. Colomanni Martyris, quem huc collocavit illustris Dominus Rudolphus IV. Dux Austriae”. Hinter dem Stein fand man eine Bleikassette mit einem Pergamentstreifen. Demnach sollen hinter dem Stein mehrere Reliquien eingemauert worden sein. Der Stein selbst ist eine Berührungs- und Sekundärreliquie, die zum Zeitpunkt des Einbaues noch sichtbare Blutspuren Kolomans gezeigt haben soll.

Die Gebeine des Heiligen wurden mindestens noch ein weiteres Mal umgebettet, denn heute befinden sie sich im linken vorderen Seitenaltar der Stiftskirche Melk.

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