Die Sehnsucht der Heiligen Drei Könige

Ich bin schon lange ein Fan der Hei­ligen Drei Könige. Den Mut zu ha­ben, seine Heimat zu verlassen, sein gewohntes Umfeld zu verlassen, nur weil man einem Stern folgen will, hat für mich etwas von jener Kraft, die Jugendliche zu begeistern weiß, die Erwachsene aber oft leider nur mehr verrückt finden.

Wer waren die Heiligen Drei Könige?

Die Magier, so nennt sie die Heilige Schrift – dass es drei Könige waren, überliefert uns erst die Tradition — müssen meiner Meinung nach ver­standen haben, dass es in unserem Leben einzigartige, unwiederholbare Ereignisse gibt, bei deren Eintreten man sich entscheiden muss, ob man bereit ist, Strapazen in Kauf zu neh­men, ohne auch nur das Ziel der Reise zu kennen. Ich sag’s noch mal: verrückt, oder?

Wofür stehen die Heiligen Drei Könige?

Ein Nebensatz zur Tradition: Die Könige kommen der Überlieferung nach aus den drei damals bekannten Kontinenten und stehen für die Univer­salität der Königsherrschaft Christi:

„Im Reich Jesu Christi gibt es keinen Unterschied der Rassen und der Herkünfte. Die Menschheit ist in ihm und durch ihn vereint, ohne den Reichtum der Verschiedenheit zu verlieren.“ (Benedikt XVI, Jesus von Nazaret, Der Prolog)

verrückt, oder?

Aber ich schweife ab: Und selbst wenn jemand so verrückt sein sollte, aufzu­brechen, um einem Stern zu folgen, dann doch nicht in die kleine römische Provinz Judäa. Und wird er (oder sie) nicht spätestens, wenn er/sie dem neu­geborenen „König“ nicht im Palast, sondern in einer Krippe begegnet, sich selbst für verrückt erklären, an der Sinnlosigkeit des Unterfangens verzwei­feln? Nicht so unsere „Weisen aus dem Morgenland“, als sie den Stern über dem Haus „wiederfmden“: Sie werden von einer großen Freude erfüllt.

Fazit:

Und so sind die Heiligen Drei Könige fur mich zum Urbild der Gottsuchen-den geworden (vielleicht auch, weil ihre Sehnsucht in meinem Herzen wi­derhallt):

  1. Menschen, die bereit sind, das Erreichte zurückzulassen und einer tiefen Sehnsucht folgend einen verrückten Weg antreten, dessen Ziel sie noch nicht einmal kennen.
  2. Menschen, die gemeinsam unterwegs sind, über die Grenzen von sozialen oder geographischen Herkünften hinweg, weil sie sich vom selben Ziel angezogen wissen.
  3. Menschen, die nicht aufgeben, wenn das Ziel sich plötzlich ganz anders offenbart (nicht im Palast, sondern im Stall), als sie es erwartet haben, weil sie von einer besonderen Freude erfüllt sind. Jene Freude von der Benedikt XVI geschrieben hat:

    „Es ist die Freude des Menschen, den Gottes Licht ins Herz trifft und der sehen darf, dass seine Hoffnung sich bewahrheitet — die Freude dessen, der gefunden hat und der gefunden worden ist.“

Ein idealer Artikel um für die Sternsingeraktion Werbung zu machen, oder? 😉

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