Jesus Christus für Firmlinge 05

Kapitel 5: Jesu Beten, Reden und Handeln

Was die Evangelien für uns so wertvoll macht, ist nicht nur, dass sie uns erzählen, was Jesus zu seinen Freunden und den Menschen, denen er begegnet ist, gesagt hat und was er für sie getan hat, sondern auch wie er es tat. Daraus können wir immer wieder neu etwas lernen, lernen, wie Gott will, dass wir miteinander umgehen, worauf es im Leben ankommt, was wirklich zählt.
Viele einzelne Erzählungen in den Evangelien handeln davon, dass Jesus Menschen heilt (Blinde, Gelähmte, Kranke, …). Jetzt können wir zwar keine Blinden sehend machen, aber wir können lernen, dass wir an den Armen, Kranken und notleidenden Menschen nicht einfach vorbei sehen können, dass wir uns ihnen zuwenden müssen, ihnen Zeit und ein liebevolles Wort schenken.
Wir können erkennen, dass das ganz besonders wichtig ist, wenn wir anderen Menschen von Gott und seiner Liebe zu uns erzählen wollen. Denn uns fällt auf, dass Jesus nie einfach nur gepredigt und die Menschen belehrt hat, sondern, dass das Reden Jesu immer damit verbunden war, dass er das Leid der Menschen gemildert hat. Auch Jesus hat nicht alle Menschen geheilt, aber er war für die Menschen da, die gerade seine Hilfe benötigt haben. Wenn wir noch einmal die Geschichte vom Barmherzigen Samariter lesen (siehe Seite 2), dann fällt uns vielleicht auf, dass der barmherzige Samariter sich gerade dadurch auszeichnet, dass er das unterbricht, was er gerade vorgehabt hat, um dem Mann, der jetzt seine Hilfe braucht zu helfen. Und wenn wir noch einmal die Geschichte vom Weltgericht lesen, kommen wir zu dem gleichen Schluss: Dass wichtigste ist es für die Menschen da zu sein, die uns brauchen.
Aber woher hat Jesus seine Kraft gehabt? Und woher hat er gewusst, was er tun muss? Immer wieder (und ganz besonders im Lukasevangelium) lesen wir, dass Jesus sich zum Beten zurückzieht. Er tut also nichts, ohne es vorher mit Gott zu besprechen, ohne vorher Gott zu fragen, was er tun soll. Darum ist auch das Gebet für uns so wichtig. Weil es uns nicht nur Kraft gibt, sondern auch die Richtung weist, in die wir unsere Kräfte lenken sollen.
Lesen wir noch eine Stelle aus dem Evangelium um weitere, wichtige Aspekte für unser Gebet zu Gott zu erkennen:

Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.
Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!
Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.
Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu.
Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.
Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

Auch hier ist es so, dass Jesus seinen Weg unterbricht, weil Bartimäus ihn um Hilfe bittet – Jesus hätte auch einfach weitergehen können, aber er nimmt sich Zeit für den blinden Bettler Bartimäus. Und dann passiert etwas Eigenartiges: Jesus fragt den blinden Bettler, was er ihm tun soll. Ist es nicht glasklar, dass ein Blinder Mensch wieder sehen möchte? Man kann spüren, wie ernst Jesus Christus jeden Menschen in seiner Not nimmt, wenn er es nicht besser weiß, was Bartimäus braucht, sondern ihn fragt. Das hat eine doppelte Bedeutung für uns: Zum einen wartet Gott auch was wir von ihm erbitten, auch die Firmung erfolgt nicht automatisch, sondern nur wenn wir es wollen und zulassen, wenn wir Gott bitten, gefirmt zu werden. Die andere Bedeutung betrifft unser eigenes Handeln: Auch wenn wir jemanden etwas Gutes tun wollen, sollten wir die Person zuerst fragen, wie wir überhaupt am besten helfen können und nicht meinen, wir wüssten alles schon. Ein weiteres können wir von der Heilung des Bartimäus lernen. Gott hilft, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Dass Bartimäus Jesus folgt, ist seine Entscheidung. Viele werden von Jesus geheilt und gehen dann wieder ihre eigenen Wege. Und darum können auch wir Gott um etwas bitten, ohne Angst haben zu müssen, dass wir ihm dann etwas geben müssen.
Aber was ist Jesus besonders wichtig, wenn er die Menschen etwas über Gott, über Gottes und das Reich Gottes lehrt:

  • Gott liebt jeden Menschen, besonders diejenigen, die arm oder schwach sind, die von niemanden sonst geliebt werden (und noch dazu unabhängig davon, ob sie daran selbst Schuld sind oder nicht)
  • Gott will von uns, dass wir einander vergeben und nicht, dass wir einander verurteilen.
  • Es ist weniger wichtig, was wir tun als, dass wir es mit ganzem Herzen und aus Liebe tun
  • Jesus verlangt von den Menschen auch nichts, was er nicht selber tut.
  • Gott will, dass unser Leben immer erfüllter wird, darum gibt er seine Gebote.
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